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08.09.2017

Tabuthema Suizid – Sprechen hilft

Am 10. September ist Welttag der Suizidprävention. Manuela Parupski, Leitende Oberärztin der Hochschulklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Rüdersdorf benennt Risikogruppen, Warnhinweise und Hilfsangebote.

„Wir sind für Sie da, hören Ihnen zu und können die nächsten notwendigen Schritte jeweils individuell mit Ihnen planen“, sagt Manuela Parupski, Leitende Oberärztin der Hochschulklinik für Psychatrie und Psychotherapie an der Immanuel Klinik Rüdersdorf.

Jedes Jahr nehmen sich in Deutschland ungefähr 10.000 Menschen das Leben. Durch Suizid sterben mehr Menschen als durch Verkehrsunfälle und Gewalttaten zusammen. Der Welttag der Suizidprävention am 10. September will auf dieses oftmals noch tabuisierte Thema aufmerksam machen und auf Hilfsangebote hinweisen.

Die Dunkelziffer der Suizidversuche ist deutlich höher. Statistisch betrachtet geht man davon aus, dass alle 53 Minuten ein Mensch durch einen Suizid verstirbt und alle fünf Minuten jemand in Deutschland einen Suizidversuch unternimmt.

Hinter diesen nüchternen Zahlen stehen Menschen mit ihren ganz individuellen Schicksalen. Dazu gehören auch die Angehörigen, die einen geliebten Menschen verloren haben und oft mit vielen Fragen, Verzweiflung und Schuldgefühlen zurückbleiben.

Risikogruppen

In suizidale Krisen und schwierige Lebenssituationen kann fast jeder Mensch geraten. Körperliche oder seelische Erkrankungen, langjährige, scheinbar ausweglose Situationen, aber auch finanzielle Sorgen, Arbeitsplatzverlust und Trennungen können in solche Lebenskrisen führen. Besonders suizidgefährdet sind folgende Risikogruppen:

• ältere Menschen
• Menschen unter Alkohol- und Drogeneinfluss
• Menschen mit Psychosen
• Patienten nach Entlassung aus psychiatrischen oder psychosomatischen Kliniken
• Menschen in Lebenskrisen
• Menschen mit früheren Suizidabsichten oder –versuchen
• Menschen, die ein Familienmitglied oder einen ihnen nahestehenden Bekannten durch Suizid verloren haben
• Menschen, mit chronisch unheilbaren Krankheiten
• Menschen in einer scheinbar ausweglosen, schwierigen sozialen Situation

Menschen in diesen Situationen laufen Gefahr, sich immer mehr zurückzuziehen, sich niemandem mehr anzuvertrauen und in Gedanken ständig um die Konfliktsituation zu kreisen. Der Suizid erscheint dann als einziger Ausweg, auch um nahestehende, geliebte Menschen vor weiterem Unheil zu bewahren.

Warnzeichen erkennen

Oft gibt es für eine suizidale Entwicklung Warnhinweise, die mitunter sehr dezent, manchmal aber auch deutlich nonverbal mitgeteilt werden: Manche Betroffenen verändern sich im Vorfeld einer suizidalen Handlung. Sie werden sehr still, ziehen sich zurück und nehmen kaum noch Kontakt zu ihrer Umgebung auf. Andere verschenken ihnen liebgewordene Gegenstände, regeln ihre Beerdigung oder kümmern sich darum, wo ihr Haustier unterkommen kann, wenn sie nicht mehr am Leben sind.

Wenn nahestehende Menschen solch ein Verhalten beobachten, ist es wichtig, dies offen anzusprechen. Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass das Ansprechen bei Verdacht auf Suizidplanung zu einer Suizidhandlung führt. Mitunter sind die Betroffenen sogar entlastet und können erstmals über ihre Not und Verzweiflung sprechen.

Für Menschen mit Suizidgedanken gibt es viele Hilfsangebote. Wichtig ist, den Mut zu finden, sich jemandem anzuvertrauen und darüber zu reden. Das können Verwandte und Freunde sein. Doch oft ist es auch für sie nicht einfach, über dieses Thema mit einem nahen Menschen zu sprechen. In jedem Fall können Betroffene professionelle Hilfe einfordern.

Wenn Sie Suizidgedanken haben, erhalten Sie an diesen Stellen Hilfe:

• Telefonseelsorge, rund um die Uhr erreichbar unter den Telefonnummern
0800 111 0 111 (evangelische Telefonseelsorge)
0800 111 0 222 (katholische Telefonseelsorge)
11 61 23 (Rufnummer für telefonische Betreuungsdienste)
außerdem im Internet per E-Mail oder Chat: www.telefonseelsorge.de
• behandelnde Ärzte, vor allem Hausärzte, die in Absprache mit den Betroffenen weitere Therapiemaßnahmen einleiten können
• Krankenhäuser mit Rettungsstellen sind ebenfalls rund um die Uhr erreichbar und können aufgesucht werden
• Notdienste
• Krankenhäuser mit einer psychiatrischen Abteilung

Die Immanuel Klinik Rüdersdorf ist für Sie da: 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag

Auch in der Immanuel Klinik Rüdersdorf finden Sie Hilfe, egal ob Sie sich als Angehöriger um einen Ihnen nahestehenden Menschen sorgen oder selbst Suizidgedanken haben. Wir sind für Sie an jedem Tag in der Woche 24 Stunden lang durch kompetentes Fachpersonal vertreten. Sie können sich in der Rettungsstelle unserer Klinik vorstellen und mit Ärzten, Psychologen und Psychotherapeuten Kontakt aufnehmen. Wir sind für Sie da, hören Ihnen zu und können die nächsten notwendigen Schritte jeweils individuell mit Ihnen planen.

Wir als professionell Helfende können Ihnen nicht die Probleme abnehmen, Sie aber in der schwierigen Zeit begleiten und die notwendigen, vielleicht auch therapeutischen Maßnahmen mit Ihnen abstimmen.

Mehr über das Angebot der Hochschulklinik für Psychatrie und Psychologie erfahren Sie hier

 
 
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