„Die Kunst des Älterwerdens.“

Lebensnahe Alterspsychiatrie – generationsübergreifende Settings

"Die Kunst des Älterwerdens"

Lebensnahe Alterspsychiatrie – generationsübergreifende Settings

In den kommenden Jahren ist eine deutliche Zunahme von Älteren und besonders Hochaltrigen zu erwarten. Da bis heute keine präventiven oder therapeutischen Entwicklungen zur durchgreifenden Beeinflussung von Inzidenz oder Prävalenz alterspsychiatrischer Erkrankungen erkennbar sind, werden auch diese entsprechend häufiger auftreten. Die Zunahme im Alter häufig auftretender psychiatrischer Störungen wie Depressionen und Demenzerkrankungen betrifft in besonders hohem Maß das Berliner Umland. Eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahre wird sein, diesen Entwicklungen erfolgreich zu begegnen.

Im stationären und teilstationären Bereich hat sich die Hochschulklinik für eine integrierte Versorgung alterspsychiatrischer Patienten entschieden. Gegenüber segregativen Versorgungsmodellen mit z.B. einer gerontopsychiatrisch spezialisierten Station haben integrative Lösungen den Vorteil, ein realistischeres Abbild der Gesellschaft zu liefern: Alte werden nicht ausgegrenzt und das Selbsthilfepotenzial zwischen alt und jung kann voll genutzt werden. Allerdings erfordert ein solches Modell auf die Belange Älterer abgestimmte Stationsabläufe, die insbesondere Überforderung vermeiden sollen.

So ist bei älteren und kognitiv eingeschränkten Menschen oft eine diagnostische Maßnahme oder Therapieeinheit pro Tag günstiger als die Abarbeitung eines Tagestherapieplans, wie er vielleicht für einen jungen depressiv Erkrankten aufgestellt wird. Besonderen Wert wird auf die Gestaltung des Milieus im Rahmen einer festen Tagesstruktur gelegt, dass mal anregen, mal beruhigen aber den Betroffenen keinesfalls überfordern soll.

Darüber hinaus besteht speziell für Menschen mit Gedächtnisproblemen über die Alterspsychiatrische Sprechstunde der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) die Möglichkeit, diese diagnostisch abklären und ggf. behandeln zu lassen: Nach Überweisung durch den Hausarzt oder ambulanten Nervenarzt wird in Zusammenarbeit mit dem Überweiser eine ausführliche Diagnostik mit gegebenenfalls ausführlicher neuropsychologischer Untersuchung durchgeführt. Die Untersuchungen können überwiegend ambulant erfolgen, sollte eine weiterführende Diagnostik notwendig werden, können entsprechende Angebote vermittelt werden (z.B. Verhaltensbeobachtung und Untersuchung von Nervenwasser in unserer Akuttagesklinik oder während eines stationären Aufenthaltes).

Nach Abschluss der Diagnostik werden Betroffene und berechtigte Angehörige hinsichtlich der Diagnose, der zu erwartenden Prognose und den therapeutischen Möglichkeiten angemessen und ausführlich beraten. Bei Bedarf wird beim Stellen von Anträgen (z.B. Pflegestufe), Ausfüllen von Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen bzw. der Einrichtung einer Betreuung Unterstützung zuteil. Hinsichtlich der sozialen und pflegerischen Belange erfolgt eine enge Kooperation mit anderen Trägern unserer Region, so ist die die Hochschulklinik sind Partner im DemenzNetz MOL. Für diese diagnostischen und beratenden Aufgaben stehen ein Team aus Ärzten, Psychologen, Sozialarbeitern und medizinischen Fachangestellten zur Verfügung.

An Diagnostik und Beratung schließt sich die Abstimmung der weiteren Behandlung gemeinsam mit dem überweisenden Hausarzt, den Betroffenen und Angehörigen an.

Die Alterspsychiatrische Sprechstunde ist jedoch nicht auf die Erstdiagnostik von Gedächtnisstörungen beschränkt. An allen drei Standorten der PIA (Fürstenwalde, Strausberg und Rüdersdorf) werden Betroffene mit bereits fortgeschrittenen Demenzen und begleitenden Verhaltensauffälligkeiten oder Verwirrtheitszuständen beraten und behandelt. Ein weiterer Behandlungsschwerpunkt liegt bei der Altersdepression. Die störungsspezifischen Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig und umfassen neben Medikation und milieutherapeutischer Beratung, kognitives Training sowie Musik-, Ergo-, Physio- und Psychotherapie als Einzel- oder Gruppenangebote. Ziel der Angebote ist es, ein weitestgehend selbstbestimmtes und möglichst selbstständiges Leben bei hoher Lebensqualität zu ermöglichen.

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Man erlebt ein Glückverhältnis, das einen bereichert.
Sozialarbeiterin der Station Alterspsychiatrie
 
 
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Poliklinik Rüdersdorf

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  • 27 Juli 2017
    Gesprächsrunde über psychische Erkrankungen mit Patienten und Angehörigen
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  • 31 August 2017
    Gesprächsrunde über psychische Erkrankungen mit Patienten und Angehörigen
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