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03.08.2021

Niemand ist alleine krank

CHIMPS-NET unterstützt in der Immanuel Klinik Rüdersdorf Kinder psychisch erkrankter Eltern.
Immanuel Klinik Rüdersdorf, Nachrichten, Niemand ist alleine krank

Anna Letsch, Projektmitarbeiterin für das CHIMPS-NET-Projekt an der Immanuel Klinik Rüdersdorf, Universitätsklinikum der MHB

Die Hochschulklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Immanuel Klinik Rüdersdorf ist Teil des Netzwerkes CHIMP-NET, das sich den besonderen Bedürfnissen von Kindern psychisch erkrankter Eltern widmet. Denn wenn Elternteile psychisch erkrankt sind, ist oftmals die ganze Familie betroffen. Das Gesundheitssystem hat meist jedoch nur die erkrankte Person im Blick und nicht die Familie als Ganzes. Das will das Netzwerk children of mentally ill parents – network, kurz CHIMPS-NET, ändern. Das erklärte Ziel des Projektes ist es, Familien zu helfen, die psychische Gesundheit und Lebensqualität aller Mitglieder der Familie zu verbessern und dabei vor allem auf die Kinder Rücksicht zu nehmen.

„Das CHIMPS-Netzwerk möchte mit seiner Forschung an den 20 beteiligten Standorten in Deutschland die Familienorientierung im deutschen Gesundheitssystem fördern. Es geht in der Studie darum, die Krankheitsbewältigung und die Familienbeziehungen sowie die soziale Unterstützung der Familie zu stärken“, ergänzt Prof. Dr. habil. Silke Wiegand-Grefe vom Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, wo die Leitung des Verbundes angesiedelt ist.

Psychologin Anna Letsch ist verantwortliche Projektmitarbeiterin für CHIMPS-NET am Standort Rüdersdorf. Ihr Leitsatz: „Niemand ist alleine krank!“ Wer sich auf die Hilfe von außen einlässt, den erwartet zunächst eine ausführliche Diagnostik aller teilnehmenden Familienmitglieder. Der Schwerpunkt liegt dabei immer auf den Kindern der Familie. Wenn sich eine Weiterbehandlung empfiehlt, bietet die Immanuel Klinik Rüdersdorf den Familien passgenaue, familientherapeutische Gespräche mit geschulten Psychologinnen und Psychologen an.

Anna Letsch sowie ihre Kolleginnen und Kollegen an den anderen Hochschul-Standorten werten die Ergebnisse dieser neuen Versorgungsform in einer Studie aus, um die Angebote im Anschluss noch besser an die Bedürfnisse der Familien anpassen zu können. Wenn der Erfolg dieser neuen Versorgungsform damit nachgewiesen wird, soll diese in die Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherungen aufgenommen werden. Bis dahin wird das Forschungsvorhaben durch den Innovationsfond des Gemeinsamen Bundesausschuss gefördert.

Alle Familien, in denen mindestens ein Elternteil psychisch erkrankt ist, das heißt bei dem eine psychiatrische Diagnose vorliegt, und bei denen mindestens ein Kind im Alter zwischen 3 und 18 Jahren lebt, können teilnehmen. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Immanuel Klinik Rüdersdorf und auf der Webseite des Netzwerkes. 

 
 
 
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